Home
Archiv
Lukas 1,67-79
1.Samuel 17,1-54
Römer 12,10-18
Markus 9,17-27
1.Mose 32+33
Erlösung, das
Heiligung - kons
Sorge dich nicht
Wie groß ist
Worauf es im
Vom Minus zum
4.Mose 22-24
Matthäus 12, 33-37
Jesaja 66,13
Mat 6, 5-15
2. Kor 13,13
Mt 11, 28-30
Lukas 9, 10-17
Apg 4,5-12
Mk 2, 13-17
Der 5. Reiter
Mk. 8,22-26
Lk 17,5-6
1.Kor. 1, 4-9
Mt. 18, 21-35
Warum lässt ...
Mk 13, 31-37
2. Kor 13,13 b
Ohne Anfang ...
Hebräer 13
Jesaja 12,2
1.Mose 37-41
Johan. 7, 37-39
Lukas 10,25-28
Jona1
Jona2
1.Kor. 15, 19-26
Psalm 73 23+24
Jona 4
Jesaja 43, 1-7

Bibeltext

19 Wenn wir nur für das jetzige Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als irgend jemand sonst auf der Welt.

20 Nun aber ist Christus vom Tod auferweckt worden, und als der erste Auferweckte gibt er uns die Gewähr, daß auch die übrigen Toten auferweckt werden. 21 Durch einen Menschen kam der Tod. So kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung vom Tod. 22 Alle Menschen gehören zu Adam, darum müssen sie sterben; aber durch die Verbindung mit Christus wird ihnen das neue Leben geschenkt werden.

Die Vollendung steht noch aus

23 Doch das alles geschieht zu seiner Zeit und in seiner vorbestimmten Ordnung: Als erster wurde Christus vom Tod auferweckt. Wenn er wiederkommt, werden die auferweckt, die zu ihm gehören. 24 Dann ist das Ende da: Christus übergibt die Herrschaft Gott, dem Vater, nachdem er alles vernichtet hat, was sich gegen Gott erhebt und was Macht und Herrschaft beansprucht.

25 Denn Christus muß so lange herrschen, bis er alle Feinde unter seinen Füßen hat. 26 Als letzten Feind vernichtet er den Tod.

Zielaussage:

Weil Christus als erster von den Toten auferweckt worden ist, dürfen alle, die sich an ihn binden, berechtigte Hoffnung haben, dass sie mit ihm auferstehen werden.

 

Ihr Lieben,

am Himmelstor steht ein Heizungsinstallateur, erst 45 Jahre alt. "Warum hast Du mich so jung sterben lassen? fragt er Petrus vorwurfsvoll. Petrus guckt in seinem großen Buch nach und streicht sich den Bart: Tja mein Lieber, tut mir leid, nach den Stunden, die Du deiner Kundschaft berechnet hast, bist Du schon 97 Jahre alt.

Ich denke, das ist ein urmenschlicher Wunsch. Jeder von uns möchte gerne lange leben - aber niemand möchte gerne alt werden.

Oder wie sagte schon ein jüdische Sprichwort:

Seit der Tod aufgekommen ist, ist man seines Lebens nicht mehr sicher.

 

Der Apostel Paulus möchte hingegen seinen Lesern klar machen, dass man gerade durch den Tod hindurch das Leben gewinnen kann. Dass der Tod eben nicht das letzte Wort hat. Wovon wir hier reden, hat der dadaistische Lyriker ernst jandl sehr schön erfasst: Er hat einfach die vier Fälle durchbuchstabiert.

der Tod

des Todes

dem Tod

den Tod

der Tod des Todes

dem Tod den Tod

 

Der Tod des Todes, das ist es, was seit Jesu Auferweckung gilt. Der Tod ist tot. Jesus hat ihn besiegt.

Und weil das so ist, darum haben die Glaubenden in der Kirche allen Grund zur Freude. Aus diesem Grund gab es im Mittelalter den Brauch des Osterlachens. Da wurden von der Kanzel Witze erzählt. Zum Teil auch recht deftige, um den Teufel auszulachen. Denn seitdem Jesus den Tod besiegt hat, hat der Teufel nichts mehr zu lachen. Aber wir Christen haben was zu lachen. Wir, die wir durch die Taufe mit Christus verbunden sind.

So wie es der große Theologe Karl Barth mal sagte: "Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat."

Für uns Christen muss der Tod keinen Schrecken mehr haben.

So wie zum Beispiel Bischof Carpenter. Der wurde bei einer Versammlung einmal von einem Atheisten gefragt: sagen sie mal: Halten sie die Geschichte von Jona und dem Walfisch für wahr?

Carpenter antwortete. Wenn ich in den Himmel komme, werde ich Jona fragen. Da fragte der Mann spitz. Und wenn sie Jona dort nicht treffen? Carpenter gibt trocken zurück: Dann können Sie ihn fragen.

Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen.

Himmel oder Hölle? Wo möchte ich die Ewigkeit verbringen? Jesus hat uns das Tor zum Himmel geöffnet. Er hat eine Bresche in die Mauer des Todes geschlagen.

Der katholische Theologe Lothar Zenetti hat das in seinem Gedicht »Kalauer« ganz interessant beschrieben:

Ich war im Kino
Blutüberströmt
fertiggemacht
fiel einer um
als letzter von allen -
das war ein Western!

Ich war in der Kirche
Blutüberströmt
fertiggemacht
stand einer auf
als erster von allen -
das war ein Ostern!
 

Lothar Zenetti hat mit seinem Kalauer haargenau die Spannung erfaßt, die in den Worten des Apostels Paulus an die Korinther zu finden ist.
Auch wer sich in Mathematik genauso wenig auskennt wie ich, der weiß, dass man in der Bruchrechnung immer versuchen muss, einen Bruch, zu kürzen, sonst kommt man durcheinander: 4/8, das sind eben 2/4 und das wiederum sind 1/2.
Paulus macht das hier auch. Er kürzt, er reduziert die ganze Menschheit auf 2 verschiedene Größen, auf zwei verschiedene Typen:. Adam und Christus.
Adam und Christus - Typologie, so kann man das nennen, denn Adam und Christus sind jeweils die Prototypen der Menschheit. Adam steht für das Auslaufmodell und Christus steht für das Zukunftsmodell.
Denn wie durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.
Denn wie Adam alle Menschen sterben, so werden durch Christus alle lebendig gemacht werden.
Um noch einmal den Kalauer von Lothar Zenetti ins Spiel zu bringen: Adam - das ist der Western-Typ. Der letzte von allen, der tot umfällt. Christus - das ist der Ostertyp, der erste von allen, der vom Tod aufsteht.
Ist das von Paulus nicht ein bisschen gewagt, die ganze komplexe Menschheit auf diese beiden Typen zu reduzieren? Aber wenn es diese beiden Typen gibt, von denen her die gnaze Menschheit gesehen werden kann, dann stellt sich doch für mich die brennend-heiße Frage: Auf welche Seite gehöre ich?
Hier trifft der Vergleich, den Paulus macht, jedoch genau das, was wir immer wieder erfahren.
Ich gehöre auf die Seite Adams. Auf die Seite, für die gilt: Alle Menschen müssen sterben. In Adam - und Adam, das heißt ja Mensch - ist der Tod das Ende, das todsicher kommt, das wir akzeptieren sollen.
Aber noch vielmehr gilt.
Wenn ich glaube und getauft bin gehöre ich auf die Seite Christi. In der Taufe ist es mir zugesagt worden. Wer mit ihm gestorben ist, der wird auch mit ihm leben. Ist jemand in Christus, dann ist er ein neuer Mensch.
Und trotzdem leben wir in dieser ungeheuren Spannung, in dem das Western - Gesetz des Todes gilt. Wir alle müssen sterben.
Doch während wir noch da sind hören wir diese Zusage und sie gilt für uns: In Christus werden alle lebendig gemacht.
Martin Luther hat sich immer wieder damit beschäftigt, daß diese ungeheure Spannung uns fast zerreißt. Ist jemand in Christus, dann ist er ein neuer Mensch, dem das Leben gilt. Und trotzdem spielt der alte Adamsmensch seine Rechte noch aus. Wir müssen sterben, sagt er, und will uns den Mut nehmen.
Und Luther greift das gewagte aber eindrückliche Bild von der Geburt auf, um zu zeigen, wie der Durchbruch gelingt. Luther sagt. Wir leben nicht für uns selbst, als Einzelexemplare, wir sind ein Leib in Christus! Wir hängen an ihm wie die Glieder am Haupt, das ER ist. Und wir befinden uns im Vorgang der Geburt. Und das Tröstliche ist: Das Haupt ist schon durch.
Ich zitiere Originalton Luther: »
Christus ist aller Christen Haupt. Der ist heraus, also folgen alle Glieder. Der Leib hängt aneinader, wenn das Haupt heraus ist, müssen Schultern, Rücken nach. Wie die Weiber sagen: Ist des Kindes Haupt geboren, so hat's nicht not
Wie sagt es Paulus?

Nun aber ist Christus vom Tod auferweckt worden, und als der erste Auferweckte gibt er uns die Gewähr, daß auch die übrigen Toten auferweckt werden (V 20)
Fertiggemacht steht er auf als erster von allen. Das ist ein O
stern.
Und wir hängen an ihm. Der Kopf ist durch! Was jetzt noch kommt, ist im Vergleich zum Erreichten nur noch ein Klacks! Wir sind untrennbar mit Jesus Christus verbunden.

 

Paulus wird zieht aufgrund dieser Erkenntnis ein paar wagemutige Schlussfolgerungen. Was nun auf uns zukommt, ist bloß noch die Entfaltung dieses Sieges von Ostern. Christus vernichtet alle Herrschaft und Gewalt auf dieser Welt. Der letzte Feind der vernichtet wird, ist der Tod.

Wir gehen auf das Ziel des Lebens zu. Wir gehören auf die Seite Christi. Wir brauchen keine Angst vor dem Tod zu haben
Darum lasst uns das der Welt sagen und zeigen. Dort wo so viel Tödliches herrscht, wo Beziehungen absterben, wo Menschen in Not sind, ihnen helfen, wo Haß und Unrecht zu siegen drohen, es laut proklamieren! So wie es der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann getan hat. Er kannte Jesus und konnte deshalb frech sagen: »Die Herren dieser Welt kommen und gehen. Unser Herr aber kommt.«

Und darum dürfen wir uns auf den Himmel freuen.

So wie das alte Ehepaar, das endlich die späte Gnade erleben durfte gemeinsam zu sterben. Und als sie in den Himmel kommen heißt sie Petrus an einer großzügig gestalteten Rezeption herzlich willkommen. Er bittet sie zu einer riesigen Limousine und fährt sie zu einer prachtvollen weißen Villa am Meer. Sie steigen aus. Petrus zeigt ihnen das weiträumige Haus, die wunderbaren Räume mit den weichen Teppichen. ER führt sie zum wohltemperierten Swimmingpool, stellt ihnen das Hauspersonal vor und führt sie zuletzt zur Garage, wo ein Rolls Royce und ein Ferrari zu Ihrer Verfügung stehen. Petrus wünscht den beiden eine angenehme Zeit, und versichert ihnen, dass er ihnen jeder Zeit zur Verfügung steht, sollte auch nur eine Kleinigkeit nicht zu ihrer Zufriedenheit erledigt sein. Als der Heilige weg ist, schließt die Frau die Zimmertür, stößt ihren Mannin die Seite und sagt: Du Idiot, ohne deine dämlichen Knoblauchpillen hätten wir das alles schon viel früher haben können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein fröhliches Wiedersehen im Himmel und ein gesegnetes Osterfest.

Amen.

 

[Kontakt]

[Home] [Kontakt] [Impressum] [Haftungsausschluß] [Gruppen] [Leitbild] [Predigt] [Termine] [Gemeindebriefe] [Links] [Regionsseite]