|
Bibeltext (Gute Nachricht Bibel)
Dank für das Wirken des Geistes in der Gemeinde
4 Ich danke meinem Gott ständig dafür, dass er euch durch Jesus Christus seine Gnade geschenkt hat. 5 Durch sie seid ihr reich geworden an allem, was aus der Gemeinschaft mit Jesus Christus erwächst, an
jeder Art von geistgewirktem Wort und von geistlicher Erkenntnis.
6 Weil die Botschaft von Christus zum festen Grund eures Glaubens geworden ist, 7 fehlt euch keine von den Gaben, die der Geist Gottes schenkt. Und so wartet ihr voll Zuversicht darauf, daß Jesus
Christus, unser Herr, kommt und vor aller Welt offenbar wird
8 Er wird euch auch helfen, bis zum Ende fest auf diesem Grund zu stehen, so daß euch an seinem Gerichtstag niemand anklagen kann 9 Gott selbst hat euch dazu berufen, für immer mit seinem Sohn Jesus
Christus, unserem Herrn, verbunden zu sein, und er ist treu: Er steht zu seinem Wort.
Zielaussage:
Da wo wir dankbar die Begabungen einsetzen, die Gott uns geschenkt hat, wird eine Gemeinde ein glaubwürdiges Zeugnis für sein Evangelium.
Ihr Lieben
die Gemeinde, der Paulus diese Zeilen schreibt, war beileibe keine perfekte Gemeinde. Der Apostel Paulus hatte einige Mühe mit dieser Gemeinde, die er selbst gegründet hatte. Ein paar Merkmale für die
Probleme die in dieser Hafenstadt-Gemeinde aufgetreten sind: In Korinth gab es Leute, die hielten sich für besonders geistbegabt. Sie sahen geringschätzig auf andere herab, wenn sie zum Beispiel nicht in anderen
Sprachen beten konnten. Dann gab es eine ziemlich große Kluft zwischen Reichen und Armen, die zu Schwierigkeiten bei der Abendmahlsfeier führten. Es gab Probleme mit dem Sexual-Verhalten. Streitigkeiten zwischen
Gemeindegliedern wurden vor weltlichen Gerichten ausgetragen. Die Frage wie weit die gegenseitige Rücksichtnahme geht, entzündete sich am Verzehr von Götzenopferfleisch, usw. Paulus hatte allen Grunde, mahnende
Worte an die Korinther zu richten.
Und trotzdem beginnt er diesen Brief mit dem Dank. Dem Dank für den Reichtum, den diese Gemeinde hat. Den Dank für den Reichtum an vielen Begabungen, die Gott in diese Gemeinde geschenkt hat. Den Reichtum
an geistlicher Erkenntnis. Den Reichtum am Wort Gottes. Er freut sich darüber, wie die Menschen in dieser Gemeinde mit Jesus Christus verbunden sind. Er freut sich über die Früchte, die aus dieser Gemeinschaft mit
Jesus entstehen. Paulus ist dankbar für die Gnade Gottes, die in dieser Gemeinde sichtbar wird.
Warum macht Paulus das? Im Laufe des Briefes muss er vielfach ermahnen, aber er beginnt mit dem Dank?
Vielleicht aus taktischen Gründen? Etwa nach dem Motto: Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich, welche willst du zuerst hören? Oder indem er ihnen erst mal Honig ums Maul schmiert, um
ihnen hinterher über den Mund fahren zu können? Es ist ja auch ein rhetorisch legitimer Kunstgriff zunächst einmal jemandem das Gute zu sagen, um ihn innerlich für das zu öffnen, was er danach sagen will. Das hat
nichts mit Schleimerei zu tun, sondern ist eine Frage der Höflichkeit. Außerdem ist das durchaus psychologisch abgesichert. Da wo ich zuerst gelobt werde, bin ich auch eher offen, Kritik anzunehmen, weil ich das
Gefühl habe, ich werde zunächst mal geliebt. Ich werde wahrgenommen mit dem, was ich gut kann. Da kommt nicht gleich jemand mit der Kritiker-Keule. Da hat jemand nicht nur einen Blick für das Negative, sondern auch
für das Positive bei mir. Mit geht es so: Wenn ich mit Menschen zu tun haben, die mir dauernd nur sagen, was ich alles falsch mache. Die mich auf jeden kleinen Fehler hinweisen. Die einem nichts durchgehen lassen.
Die mich dauern bei meinen Defiziten behaften. Mit denen habe ich Mühe, zusammen zu sein. Mit denen will ich eigentlich nicht so viel zu tun haben.
Paulus sieht nicht zuerst die Soll-Seite an, sondern die Haben-Seite. Die Korinther könnten sich doch jetzt gemütlich zurück lehnen und sagen. Siehste, bei uns läuft doch alles prima. Sie könnten sich
gegenseitig auf die Schulter klopfen und sagen: "Mr sen doch prima Kerle".
Aber Vorsicht! Sehen wir genau hin: Paulus dankt nicht den Korinthern. Sondern er dankt Gott. Ich danke meinem Gott ständig dafür, dass er euch durch Jesus Christus seine Gnade geschenkt hat,
steht in Vers 4. Paulus geht an die richtige Stelle mit seinem Dank. An den Geber dieser Gaben. An Gott, den Schöpfer und Erhalter dieser Menschen in der Gemeinde in Korinth. Gott hat diesen Reichtum in die Gemeinde
gegeben. Sie haben sich ihn nicht selbst zu verdanken. Sie haben sich ihn nicht selbst erarbeitet. Gott hat sie damit beschenkt. So schreibt er dann ja auch gleich weiter: Durch sie – nämlich durch Jesu Gnade -
seid ihr reich geworden an allem, was aus der Gemeinschaft mit Jesus Christus erwächst.
Und was da er wächst ist jede Art von geistgewirktem Wort und von geistlicher Erkenntnis (V 5). Das heißt: Die Gemeinde in Korinth hat von allem genug, um im Glauben zu wachsen und zu bestehen.
Was bedeutet das für uns als Gemeinde heute? Ich ziehe aus der Beobachtung dieser ersten beiden Verse folgende Schlüsse.
1. Entscheidend ist, was Gott in einer Gemeinde tut. Entscheidend ist, wie die Gnade Jesu sich in einer Gemeinde auswirkt.
Deshalb dürfen wir nicht bei unseren Defiziten ansetzen, sondern müssen auf Jesus schauen. Auf das, was er bei uns tun kann. Dort wo wir arm sind, macht er uns reich. Gott hat diese Gemeinde ins Leben
gerufen. Er hat Menschen in ihr zum Glauben an ihn gebracht. Er lässt uns im Glauben wachsen. Er erhält und trägt uns. Er schenkt uns neue Perspektiven. Er gibt und das nötige Geld, das wir brauchen um sein Werk zu
tun. Wir können den Blick wegwenden von unseren Frust-Erfahrungen hin zu dem, der das Menschenunmögliche möglich macht.
Ich muss mir das auch selber predigen: Dass ich nicht zuerst darauf schaue, dass unsere Gemeinde kleiner wird und dass wir Probleme haben, Mitarbeiter für bestimmte Aufgaben zu bekommen. Sondern, dass wir
mit den Pfunden wuchern, die wir haben. Neulich sagte mal eine liebe Freundin etwa sinngemäß zu mir: Man hat manchmal den Eindruck, Du siehst zuviel, das was bei uns nicht gut läuft. Aber viele denken: (mit der Hand
winken) He, wir sind auch noch da!
Und tatsächlich ist es ja auch so, das Gott manchmal ganz entgegen unseren Erwartungen positiv hilft und neue Möglichkeiten in der Gemeinde eröffnet. Um drei Beispiele der jüngeren Zeit zu nennen:
Vor den Sommerferien haben wir nicht gewusst, wer unsere Sonntagsschule nach den Ferien weiter leiten würde, weil sich unsere Sonntagsschul-Leiterin beruflich verändern wollte. Aber während der
Sommerferien hat sich ihre berufliche Konstellation für sie so verändert, dass sie jetzt weiterhin unsere Sonntagsschule leiten kann.
Ein Zweites: Einer unserer Musiker ist (ebenfalls) aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt gezogen. Zur gleichen Zeit hat sich ein Freund unserer Gemeinde bereit erklärt, einmal im Monat bei uns die
musikalische Begleitung im Gottesdienst zu übernehmen.
Ein Drittes: Unsere Schaukasten-Gestalterin hat sich wieder in die Landeskirche zurück überweisen lassen. Sie hat sich bereit erklärt, den Schaukasten noch so lange weiter zu betreuen, bis wir jemand Neues
gefunden haben. Wir waren aber der Meinung, dass den Schaukasten jemand machen sollte, der in unserer Gemeinde "drin" ist. Der weiß, was läuft, und was im Schaukasten präsentiert werden muss. Mittlerweile
haben wir eine Zwischenlösung bis Januar gefunden. Dann, so haben wir eine Zusage von einer künstlerisch und kreativ begabten Person, kann ich den Schaukasten betreuen.
2. Was eine Gemeinde geistlich zum Leben braucht, schenkt Gott in reichem Maße in sie hinein.
Ich entdecke in unserer Gemeinde viel geistlich Substanz. Ich merke wie viele sich in der Bibel auskennen. Sicher auch ein Resultat unserer GLAUBENSSCHRITTE-Kurse. Aber das geistliche Fundament, der feste
und treue Glaube, die Bibelkenntnis, das lebendige Gebet, die tägliche Verbindung mit Jesus Christus hat in unserer Gemeinde eine starke Tradition. Und das ist gut so. In den Bibelstunden profitiere ich doch genauso
von der Weisheit und der Glaubenserfahrung der älteren Geschwister, wie sie von meiner theologischen Ausbildung und biblischen Auslegung und Erkenntnis.
Ich finde auch gut, wie in den Gruppen darauf geachtet wird, dass es ein ausgewogenes Verhältnis von Gemeinschaftspflege und Beschäftigung mit der Bibel gibt.
Und die dritte Erkenntnis.
3. Die Dankbarkeit gegenüber Gott schützt davor, von Menschen das zu erwarten, was nur er geben kann.
Wenn wir Defizite in unserer Gemeinde verspüren, dann dürfen wir uns nicht an die falsche Adresse wenden. Dann dürfen wir uns nicht beim Pastor, bei der Gemeindevertreterin oder jemand anderem darüber
beschweren, dass es das und das und das in unserer Gemeinde nicht gibt. Sondern wir müssen Gott fragen, was er in der Sache tun kann. Es gibt ein Prinzip in der Erziehung christlicher Eltern, das finde ich ganz gut.
Es heißt: Spricht erst mit Gott über das, was er in Deinen Kindern tun will, bevor du mit deinen Kindern darüber sprichst, was Gott von ihnen erwartet. Das lässt sich auch auf die Gemeinde übertragen: Spricht erst
mit Gott über das, was er in Deiner Gemeinde tun will, bevor du mit Deiner Gemeinde darüber sprichst, was Gott von ihr erwartet.
Danken schützt vor Wanken behauptet ein Sprichtwort. Das heißt: Wenn wir dankbar für das sind, was Gott schon tut, dann schützt uns das davor, darüber zu jammern, was wir nicht haben. Es schenkt uns mehr
Freude an und in der Gemeinde. Ich muss sagen: Die Vorbereitung dieser Predigt, die Beschäftigung mit dem Thema und die Überprüfung meiner eigenen Motive hat mir wieder mehr Freude an unserer Gemeinde vermittelt.
Ich möchte wieder mehr bei dem ansetzen, was Gott uns schon geschenkt hat und weniger bei dem was uns vermeintlich noch fehlt. Gott kann aus dem, was wir haben etwas machen. Nicht aus dem, was wir nicht haben. Lasst
uns wieder mehr dankbar sein für die Gaben, die Gott in unsere Gemeinde gegeben hat. Der Dank für die Gaben Gottes gehört wesentlich zum Ausdruck einer Gemeinde. Nicht umsonst haben im Griechischen das Wort Dank und Gabe den gleichen Wortstamm.
Dank heißt eucharistia und Gabe heißt charisma. In beiden steckt die Gnade, die charis. Es ist Gottes gute Gnade, dass wir danken können und seine Gnade, dass wir
Begabungen haben.
Paulus schreibt im übernächsten Vers: Euch fehlt keine von den Gaben, die der Geist Gottes schenkt.
Wenn wir die sogenannten Gabenlisten in 1.Kor 12 mit der in Römer 12 und Epheser 4 vergleichen, dann stellen wir fest: Sie unterscheiden sich an einigen Stellen. Das heißt: Keine von ihnen ist vollständig.
Oder positiv ausgedrückt. Jede ist ergänzungsfähig. Im Übrigen sind sogar alle biblischen Gabenlisten zusammen ergänzungsfähig. Z.B. wird in keiner von ihnen die Gabe der Musik erwähnt. Und ich denke, niemand wird
heute abstreiten wollen, dass die Musik ein ganz wesentliche Begabung in der Gemeinde ist.
Paulus listet also in 1. Kor 12 ein ganze Reihe von Begabungen, von Charismen auf – aber längst nicht alle, die es gibt. Und trotzdem schreibt er zu Beginn an die Korinther: Euch fehlt keine von den
Gaben, die der Geist Gottes schenkt.
Das bedeutet doch, dass es in einer Gemeinde nicht alle Gaben geben muss. Aber jede Gemeinde hat die, die sie braucht.
Und - jeder und jede in der Gemeinde ist begabt.
Im ersten Petrusbrief heißt es in Kap 4,10: Dient einander mit den Fähigkeiten, die Gott euch geschenkt hat - jeder und jede mit der eigenen,
besonderen Gabe! Dann seid ihr gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes.
Wenn das so ist, dann bedeutet das für uns doch Folgendes: Jeder und jede Einzelne in unserer Gemeinde hat (mindestens) eine Begabung. Schön für
die, die ihre Begabung kennen und einbringen. Aber, für die die ihre Begabungen nicht kennen wird es höchste Zeit sie zu entdecken – und sie einzusetzen. Denn – die Gaben, die Gott uns geschenkt hat, sind Geschenk
und Aufgabe zugleich. Wir sollen damit einander dienen und uns gegenseitig damit aufbauen. Im Grunde geben wir damit Gott nur etwas zurück, was er uns zuvor schon geschenkt hat. Das Wesen der Dankbarkeit ist, dass
wir Gott zurückgeben, was er schon vorher in uns hineingelegt hat. Und wir geben es ihm zurück, wenn wir unsere Gaben, wenn ich die Gabe, die Gott speziell mir gegeben hat entdecke, entfalte und einsetze.
Und noch eins. Eine Gabe ist nicht nur Aufgabe und damit Verpflichtung. Ihr Einsatz verhilft auch zu meiner Erfüllung. Es tut mir gut, wenn ich merke, mir gelingt etwas, ich bekomme positive Reaktionen auf
mein Tun. Auf die Frage: Was bringt mir das, wenn ich meine Gabe in der Gemeinde einsetze. Meine Erfahrung ist, es streichelt auch ein bisschen Dein Ego, wenn Du merkst. Das was Du tust, hilft anderen. Es kommt bei
ihnen an. sie wertschätzen das – und sagen es Dir auch.
Darum, wenn Du deine Gabe noch nicht kennst, oder nicht so genau weißt wie und was, dann bitte Gott doch darum, dass er sie dir zeigt. Es gibt mittlerweile
auch eine ganze Reihe guter Gaben-Tests, um das heraus zu finden. Ich kann dabei gerne behilflich sein.
Im übrigen ist das auch mit eine Aufgabe der Gemeinde. Zu sehen, was kann jemand gut. In Glaubensschritte haben wir das am vorletzten Abend
miteinander praktiziert. Dass wir uns gegenseitig gesagt haben, was der Einzelne gut kann, wo wir seine/ihre Begabung sehen. Manche waren recht erstaunt über das, was andere bei ihnen gesehen haben. Andere haben
sich in ihrer Selbstwahrnehmung bestätigt gefühlt. Das bedeutet aber auch dass wir uns füreinander interessieren. Neulich sagte mal jemand zu mir: "Mich hat noch nie jemand nach meinen Hobbys gefragt. Außer
ihnen, sie wissen sie ja inzwischen."
Natürlich – erst mal muss man ein bisschen überlegen, wenn jemand als Hobby Bücherlesen hat. Aber könnte das nicht jemand für den Büchertisch sein.
Oder wäre das nicht jemand für einen Hauskreis, in dem man über Bücher spricht die man gelesen hat.
Oder was fängt man mit jemandem an, der als Hobby Computerspiele hat. Das könnte entweder jemand sein, der bei unserer Gemeinde-Internetseite
mitmacht. Er könnte aber auch einen Computerkurs für Kinder in der Gemeinde geben. Lasst uns ein bisschen kreativ sein, bei dem, was man mit den vorhanden Begabungen anfangen kann. Posaunenchor, Frauenkreis und
Sonntagsschule sind gute Aufgaben der Gemeinde. Aber dem Gemeindeaufbau dienen nicht nur solche Klassiker sondern auch ganz neue Ideen.
Warum nicht ein Kinderchor mit Band und Schlagzeug, wenn die Leute dafür da sind – wie z.B. momentan bei den Baptisten mit ihrem Musical Jona- spuck's aus.
Es muss ja auch nicht immer was von unendlicher Dauer sein, sondern kann auch mal ein Projekt sein, das nach einiger Zeit wieder abgeschlossen ist. Jeder Mutter-Kind-Kreis ist solch ein Projekt. Nur nebenbei: Wir
hatten vor fünf Jahren einen MuK-Kreis, der etwa gut zwei Jahre bestanden hat. Dann hatten wir zwei/drei Jahre keinen MuK-Kreis, weil es einfach keine oder nur ganz wenige kleine Kinder gab. Und nun treffen sich
wieder drei verschiedene MuK-Kreise in unserer Gemeinde. Übrigens: Die freuen sich sehr, dass es bei uns einen Aufzug gibt. Freuen wir doch über das, was Gott bei uns tut.
Wozu ist das ganze Werben um die Erkenntnis unserer Gaben gut? Was soll das Reden über den Einsatz unserer Begabungen?
Paulus gibt darauf zwei Antworten:
Die erste: Es festigt den Glauben, weil ihr in Verbindung mit Jesus Christus bleibt.
Die zweite: Diese Verbindung wird Euch in Gottes Gericht retten.
Paulus schreibt das so:
Er wird euch auch helfen, bis zum Ende fest auf diesem Grund zu stehen, so daß euch an seinem Gerichtstag niemand anklagen kann 9 Gott selbst hat euch dazu berufen, für immer mit seinem Sohn Jesus
Christus, unserem Herrn, verbunden zu sein, und er ist treu: Er steht zu seinem Wort
Mit anderen Worten: Gott wird mich im Gericht fragen, was ich aus seinen Geschenken gemacht habe. Ob ich mein Talent vergraben oder vermehrt habe.
Der Hauptmann von Köpenick hat schon recht, wenn er fast weinend fragt: Wenn ick dann vor den Allmächtjen steh' und er mich fragt: Wat haste jemacht mit dein' Leben? Wat sach ick dann?
Oder der chassidische Rabbi Sussja, der sagte: Gott wird mich nicht fragen: Warum bist Du nicht Simon gewesen. Er wird mich fragen. Warum bist du nicht Sussja gewesen.
Gott fragt mich danach, wie ich die Begabungen eingesetzt habe, die er mir geschenkt hat, nicht nach denen, die ich nicht habe. Aber diese Begabung leben und kultivieren kann ich nur in der Verbindung
mit Jesus Christus
Auf die Frage, was bringt der Einsatz unserer Gaben, hat Paulus damit für meine Begriffe ein bisschen einseitig geantwortet. Ich finde, Paulus hätte mehr als es als es nur am Rande zu erwähnen, noch eines
hinzu fügen können.
Wenn wir unsere Begabungen in unserer Gemeinde einsetzen. Dann bringt das auch unsere Gemeinde zum Leuchten. Es ist wie mit den Schwimmkerzen-Herzen, die ihr vorhin bekommen habt. Wer tut, was Gott ihm
auf's Herz gelegt hat, der bringt Glanz in das Leben derer die im Dunklen sind. Und wenn wir zusammen leuchten, dann erhellt das einen Teil unserer Welt.
Wie sagt Jesus in der Berpredigt (Mt 5,16) So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Der Einsatz meiner Begabung wird auf diese Weise zum Bekenntnis und zum Zeugnis für Jesus Christus. Und es führt letztlich dazu, dass Gott darüber gelobt wird.
Darum: Lasst uns dankbar sein für die Begabungen, die Gott uns geschenkt hat. Lasst sie uns fröhlich einsetzen. Zum glaubwürdigen Zeugnis für den lebendigen Jesus Christus und letztlich zur Ehre Gottes.
Amen.
Ich möchte Euch um Schluss gerne ein Lied vorsingen, in dem der Liedermacher Jürgen Werth zusammengefasst hat, was ich euch im Namen Jesu heute sagen wollte:
Vergiß es nie: Daß du lebst,
war keine eigene Idee
und daß Du atmest,
kein Entschluß von Dir.
Vergiß es nie: Daß du lebst,
war eines anderen Idee,
und daß Du atmest,
sein Geschenk an Dich.
Vergiß es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie Du und niemand lächelt so wie Du’s grad tust.
Vergiß es nie: Niemand sieht den Himmel ganz genau wie Du
und niemand hat je, was Du weißt, gewußt
Vergiß es nie: Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt,
und solche Augen hast alleine Du.
Vergiß es nie: Du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld,
denn Du kannst leben! Niemand lebt wie Du.
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
ganz egal, ob Du Dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist Du.
Jürgen Werth
|