Trotzdem hatten wir dieses Jahr einiges an Veränderungen zu durchleben.
Anfang des Jahres mussten wir uns umstellen in unserem Essverhalten wegen des BSE-verseuchten Fleisches.
In manchen Köpfen veränderte sich weiter ihr Frauenbild: die Erste Frau gewann die Rallye Paris-Dakar und ab Januar dürfen Frauen in der Bundeswehr an die Gewehre
Unser Bild von der katholischen Kirche verändert sich, wenn der Papst so einen verhältnismäßig
fortschrittlichen und liberalen Mann wie den Mainzer Bischof Karl Lehmann zum Kardinal erhebt.
In Israel wird der Hardliner Ariel Scharon zum Premierminister gekürt. Und Arafat schient sein Leute nicht
im Griff zu haben. Insgesamt ist die Region wieder einmal Schauplatz harter Auseinandersetzungen. Frieden ist nicht in Sicht.
In der Bio-Medizin gibt es einen erbitterten Meinungsstreit um die Stammzellenforschung. Letztlich geht es um die Frage: Dürfen Menschen geklont werden oder nicht?
Holland legalisiert zur gleichen Zeit die aktive Sterbehilfe.
Dass Demonstrationen so friedlich nicht mehr sind, zeigte nicht nur die Love-Parade in Berlin, sondern
auch der G-8 Gipfel in Genua als italienische Polizisten wahllos auf Globalisierungsgegner einprügelten und Demonstranten in der Wahl der Mittel über die Stränge schlugen..
Im Fernsehen und in manchen Medien erlebten wir einen Trash-Boom. Becker-Schlagzeilenn in der Bild
-Zeitung, Scharping-Liebesspiele in der Bunten, Der Schuh des Manitu als deutscher Erfolgsfilm des Jahres. Und all die Raabs, Eltons, Schmidts, die sich an der Fehlerhaftigkeit der Menschheit ergötzen. Ganz zu
schweigen von Flops wie Girlscamp und den Talk-Freakereien am Nachmittag
Aber ab den 11. September mit den furchtbaren Terror-Anschlägen in Amerika war nichts mehr so wie
vorher. Angst vor Terrorismus führte zu Sicherheits-Spinnereien a la Schily, wir mussten und müssen uns stärker mit dem Islame beschäftigen und mit Moslems ins Gespräch kommen.
In Nordirland bewarfen wieder sogenannte Christen einander mit Steinen.
Und dass die Tunnels dieser hochtechnisierten Welt auch nicht so sicher waren wie wir dachten brachte nicht erst der Brand im Gotthard-Tunnel in Erinnerung.
Homosexualität ist hoffähig geworden. Nicht erst seit der Legalisierung homosexueller Lebensgemeinschaften, sondern auch bei der Bürgermeisterwahl in Berlin.
Und schließlich Ende diesen Jahres stellen sich alle auf die Umstellung der Währung ein. Ab übermorgen
können wird dann in Euro bezahlen. Mal sehen, was für ein Gefühl sich einstellt, wenn auf der Gehaltsabrechnung nur noch die halbe Zahl steht und ob unsere Kaufkraft so bestehen bleibt.
Ein Jahr des Wandels – ein Jahr der Veränderungen.
Modernes Leben als Herzrasen.
Die Frage ist: Was hat in dieser Zeit Beständigkeit? Wo kann ich Anker setzen. Wo kann mein Herz zur Ruhe kommen?
Unser Bibelabschnitt meint:
Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Laßt euch nicht durch mancherlei
fremde Lehren irreführen; denn es ist gut, das Herz durch Gnade zu stärken.
Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Das passt zu seinem Vater, der sich uns Menschen vorstellte als: Ich bin der ICH-BIN und ich werde sein der ICH-WERDE-SEIN .
Was kann es in einer Zeit des Wandels Tröstlicheres geben als das?
Gott ist immer da. Er war es vor und am Anfang der Welt. Er ist jetzt in diesem Augenblick da.
Und er wird auch in Zukunft immer da sein.
Und Jesus, sein Sohn, der war gestern der Zimmermannssohn aus Nazareth und lebte unter den Menschen. Heute ist er hier gegenwärtig durch seinen Geist. Und morgen wird er durch
sein Sterben und Auferstehen alle die mit in seine neue Welt der ewigen Herrlichkeit nehmen, die auf ihn vertrauen und an ihm festhalten.
Von wo aus könnte ich besser der Wandel meiner Lebenswelt verkraften als von da, wo der Unwandelbare ist. Gott ist der Ankerplatz meines Lebensschiffs. Bei ihm bin ich Zuhause.
Zu ihm kann ich immer wieder zurückkehren und werde angenommen, so wie ich bin, bedingungslos. Er hält mir die offenen Arme hin wie der Vater seinem
verlorenen Sohn. Und er sagt zu mir: Bei mir bist du am besten aufgehoben.
Darum ist es so wichtig, sich bei ihm festzumachen, oder einzuloggen, wie man heute in der Internetsprache sagt.
Darum geht's auch dem Verfasser des Hebräerbriefs:
In unsicheren Zeiten möchte er den Menschen die
II. Herzen stärken
Herzstärkungsmittel gibt es heute zuhauf. Ich erinnere mich an eine Fernsehwerbung mit der Kraft
der zwei Herzen. Gibt es dieses Mittel Doppelherz eigentlich noch?
Wenn's einer am Herzen hat, dann ist er wirklich ernstlich krank. Wenn es einer mit der Galle oder
dem Magen hat, dann ist das zwar schlimm. Aber mit dem Herzen, das ist bedrohlich.
Unsere moderne Gesellschaft hat's auch am Herzen finde ich. Die Liebe wird in vielen erkalten prophezeit Jesus für die Endzeit. Und ich finde das allzu oft wieder. Dazu
brauche ich nur mal die nachmittäglichen Talkshows auf den Privatsendern anzuschauen. In unserem Sprachgebrauch ist das Herz der Sitz des Gefühls. Zur Zeit der Bibel war es der Sitz des Verstandes und des Willens. Man hat mit dem Herzen gedacht. Vielleicht würde das auch uns heute wieder mehr gut tun und manches
warmherziger machen, wenn wir wieder mehr mit dem Herzen denken würden.
Der Verfasser des Hebräerbriefs möchte unser Herz stärken. Wörtlich steht da, er möchte es beständig machen, es gewiss machen.
Er möchte unsere Sehnsucht stillen, im Getriebensein in dieser Welt wenigstens im Innersten
einen Ruhepol zu haben. Das griechische Wort von dem stärken abgeleitet ist meint eigentlich "betretbar machen", "sicheren Grund finden"
Ja, das brauchen wir, einen sicheren Grund für unser Leben.
Der griechische Mathematiker und Philosoph Archimedes sagte einmal: "Gebt mir einen sicheren Punkt und ich werde die Welt aus den Angeln heben."
Ich möchte die Welt nicht gleich aus den Angeln heben. Aber ich möchte gerne eine festen
Standpunkt in den Veränderungen dieser Weltzeit haben. Ich möchte mich nicht von den irrigen Meinungen und Ideologien, den falschen Prophezeiungen und dem
vermeintlichen technologischen Fortschritt hin und her werfen lassen.
Und dazu brauche ich Gott. Dazu brauche ich die Verbindung zu ihm durch Jesus Christus. Dazu brauche ich
III. Gnade für die Welt
Gnade ist in unseren beiden Versen das Schlüsselwort für die Stärkung der Herzen. Gnade ist eine Macht
, die vergibt und eine Einstellungsänderung bei mir bewirkt.
In einem aktuellen Magazinartikel habe ich gelesen:
Wer verzeiht, lebt länger. (Ausschnitt aus TV-Hören und sehen 01/2002)
Wenn schon moderne Psychologen erkennen, wie wichtig Vergebung ist, um wie viel mehr ist es dann wert, wenn Gott uns gnädig ist, uns in Jesus vergibt und uns so immer wieder einen
Neuanfang gewährt. Ich denke, das ist der Schlüssel zur Beständigkeit, die Chance zu einem Neuanfang durch Gnade und Vergebung.
Eine Zeit des Wandels ist eine Zeit der Fehler. Denn nur wer Fehler macht, kann sich verändern. Denn aus Fehlern kann ich lernen. Vieles, was sich bei uns verändern funktioniert
nach dem "try- and error" Prinzip (Versuch und Irrtum). Ob der Euro ein guter Versuch wird, wird sich zeigen.
Aber Fehler müssen nicht bleiben. Fehlerhaftes Verhalten kann ich zum Guten verändern. Durch Vergebung. Durch Verzeihen und Vergessen. Durch einen Neuanfang.
Das gilt für menschliche Beziehungen genauso wie für den technologischen Fortschritt.
Jesus will unsere Herzen stärken, indem er uns gnädig ist. Unter seinem Kreuz dürfen wir unsere Fehlerhaftigkeit ablegen und uns Vergebung zusprechen lassen. Seine Auferweckung ist Unterpfand jedes Neuwerden und jedes neue Leben.
Gott stärkt unsere Herzen durch Gnade. Bei ihm finde ich den Ankerplatz für meine Seele. Und von ihm her kann ich das alte Jahr gelassen hinter mir lassen und das neue zuversichtlich mit ihm zusammen angehen. Amen.