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Bibeltext
37 Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.
Zielaussage:
Jesus sagt: Kommt her zu mir; nehmt mich an; vertraut mir; dann werde ich Euch mit dem heiligen Geist beschenken, ich
werde euch ein neues Leben schenken, ein zufriedenes Leben und euch von allen euren Enttäuschungen und dem ungestillten Lebensdurst befreien und euch stattdessen das Leben schenken, nach dem ihr Euch immer gesehnt habt.
I. Durst nach Leben
Ihr Lieben,
eine Geschichte aus Nordafrika erzählt von einem Beduinen, der sich immer wieder der Länge nach auf den Boden legt und sein Ohr an den
Wüstensand drückt. Stundenlang hört er in die Erde hinein. Verwundert fragt ihn jemand, der ihn so auf dem Boden liegen sieht: "Was machst du eigentlich auf der Erde?" Der Beduine erhebt sich lächelnd und
antwortet: "Freund, ich horche; ich horche wie die Wüste weint. Ich glaube, sie möchte gern ein blühender Garten sein."
Wie oft ist es, wenn wir in uns hinein hören, auch dort wüst und leer? Und wie gerne möchten wir ein blühender Garten sein. In uns
allen steckt ein ungeheurer Lebensdurst. Und jeder von uns versucht seinen Lebensdurst auf seine Weise zu befriedigen.
Clemens Bittlinger und Fabian Vogt haben in ihrem Buch "Die Sehnsucht leben" (Hochhalten) 12 Sehnsüchte der heutigen Menschen ausgemacht,
die ihren Durst nach Leben charakterisieren.
Sie nennen die Sehnsucht
nach Geborgenheit nach Anerkennung nach Vertrautheit
nach Vergebung nach Wahrheit nach Hingabe
nach Gemeinschaft nach Vertrauen nach Kommunikation
nach Erfahrung nach Erhabenheit nach Gestaltung
Ihr könnt ja selbst mal überlegen, welche Sehnsüchte davon bei Euch vorrangig sind.
Aber dass jeder von uns Sehnsüchte in sich trägt, dass jeder von uns Durst nach Leben hat, ist eine Erfahrung die wir miteinander teilen. Die Frage ist. Wie und Wo bekommen wir diesen Durst gestillt?
Was stellen wir an, damit wir gestillt bekommen? Wo ist die Quelle, die unseren Lebensdurst stillt.
Jesus sagt uns in diesem Bibeltext heute: Deinen Lebensdurst stille ich dir. Komm zu mir, wenn du Durst hast." Damit meint Jesus: Ich kann deinen Lebensdurst stillen. Im Johannesevangelium sagt er sogar einmal ganz ausschließlich : "Niemand, der an mich glaubt, wird jemals wieder Durst haben." Zunächst ist das eine Behauptung.
Es könnte ja auch wie eine Fata Morgana sein, eine Luftspiegelung in der Wüste. Ich sehe die herrlichste Oase, und wenn ich näher komme, löst sie sich in Luft auf. Oder es könnte es eine Quelle mit ganz
gewöhnlichen Wasser sein. Ob es eine Täuschung oder ob es gewöhnliches Wasser ist, kann ich aus der Entfernung nicht beurteilen. Ich erfahre die Wahrheit erst, wenn ich herkomme und selber trinke. Die
herrlichste Quelle nützt mir nichts, wenn ich nicht zu ihr hingehe. Und das Hingehen zu der Quelle nützt mir nichts, wenn ich nicht den Mund aufmache und trinke. Ohne meinen Entschluss, zu kommen und zu trinken, werde ich verdursten. Aber Jesus bietet mir an. Komm zu mir! Trink! Probier es aus!
Und er meint damit: Komm her zu mir mit deinen Zweifeln, komm her mit deinen Problemen, deinen Tränen, deinen Träumen, deinen Plänen, Hoffnungen
und Freuden, komm her mit deinem ganzen Leben. Ich will dir Deinen Lebensdurst stillen. Du musst deinen Durst nicht selber löschen. Ich lösche deinen Durst. Ich schenke dir Zufriedenheit. Bei mir bist du anerkannt.
Ich befreie dich von der Angst, das Leben zu verpassen, die falschen Entscheidungen zu treffen. Bei mir kannst du zur Ruhe kommen. Ich gebe dir das, was du zum Leben wirklich brauchst. Ich bin die Quelle des Lebens.
Du brauchst gar nicht so weit zu suchen, du mußt dich gar nicht so anstrengen - komme zu mir, laß dich beschenken, finde bei mir den Sinn und die Mitte deines Lebens.
Wo jemand sich auf dieses Angebot einlässt, wo er darauf eingeht, da beginnt er zu glauben. Da beginnt eines Vertrauensbeziehung zu Jesus Christus.
Ihr Lieben, natürlich weiß ich, dass viele von euch schon lange zu Jesus gekommen sind. Ihr seid gekommen, ihr habt getrunken, euer
Durst ist gestillt, und ihr habt ein neues Leben bekommen. Ihr habt erreicht, was Jesus sagt: "Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken!"
Aber ist das alles? Habt ihr auch erreicht, was Jesus im nächsten Vers sagt: Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.?
II. Leben wie lebendiges Wasser
Ich will mal versuchen, das Bild vom Wasser für uns ein bisschen durchzubuchstabieren. Natürlich weiß ich, dass Jesus hier mehr meint, als nur das Wasser, das wir trinken können. Er meint es im übertragenen im geistlichen Sinn. Und
trotzdem finde ich kann es uns weiterhelfen, wenn wir uns kurz damit beschäftigen, was Wasser eigentlich ist. Ich denke, Jesus hat sich gut überlegt, warum er das Bild vom lebendigen Wasser genommen hat und kein
anderes.
Ich habe mich bei meiner Frau ein bisschen schlau gemacht. Sie ist als Naturwissenschaftlerin in physikalischer Hinsicht etwas bewanderter als
ich. Wasser ist eines der wichtigsten Elemente für unser Leben überhaupt. Man kann sagen, ohne Wasser ist kein Leben möglich. Deswegen ist in der Astrophysik eine der interessantesten Fragen ob es auf anderen
Planeten Wasser gibt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Auf dem Mond gibt es kein Wasser. Das ist unter anderen der Grund dafür, warum es auf dem Mond Temperaturschwankungen von um die 200 Grad Celsius gibt. Unsere
Erdoberfläche wird zu 75 % von Wasser bedeckt. In der Athmosphäre kommen bis zu 4% in Form von Wasserdampf vor. Damit Pflanzen wachsen können, brauchen die meisten eine Kombination von Wärme, Licht und Wasser.
Beim menschlichen Körper ist es so, dass 70-75 % des KörperGewichts eine Neugeborenen aus Wasser besteht. Beim Erwachsenen sind es noch 60% . Mit zunehmendem Alter nimmt das noch mehr ab. Wasserverlust
in Höhe von 5 % des Körpergewichts führen schon zur Verminderung der Leistungsfähigkeit, bei 10 % kommen Kreislaufstörungen und Einschränkungen von
Körperfunktionen dazu und bei 15-20% ist der Tod zu erwarten:
Bei mir wäre das bei ca. 80 kg Körpergewicht, 12-16 Kg Wasser zu wenig und ich bin tot.
Der minimale Wasserbedarf eines Erwachsenen liegt bei 1, 5 Liter pro Tag. Davon benötigen die Nieren mindesten einen halben Liter und über Haut und Lunge werden weitere 900 ml verbraucht.
Das Wasser das sich in unserem Körper befindet, ist zu 63 % in den Zellen und zu 37% außerhalb der Zellen, also im Blutplasma oder im Verdaueungstrakt.
Der Verdauungstrakt hat eine Wasserdurchfluss von mehr als 8 Litern pro Tag. Die Hauptmenge davon wird aber über den unteren Dickdarm und den Dickdarm wieder über das Blut in den Körper aufgenommen.
Mit anderen Worten:
- Wasser ist unentbehrlich für alle Stoffwechselvorgänge in unseren Zellen.
- Wasser ist das beste Transportmittel
- Wasser ist entscheidend für die Regulierung unserer Körpertemperatur
- Wasser hat hervorragende Lösungseigenschaften
- Wasser ist farb-, geruch- und geschmacklos
Wenn Jesus also sagt, wenn wir an ihn glauben, d.h. wenn wir bei ihm getrunken haben, dann würden Ströme lebendigen Wasser von uns ausfließen,
dann bedeutet das: Wir haben eine Vermittlerfunktion zwischen Jesus und den Menschen um uns herum. Wir sollen Stoffwechselstörungen zwischen Menschen und Gott regulieren helfen. Wir sollen das was wir glauben zu
anderen Menschen hin transportieren. Wir sind das Transportmittel des Glaubens. Aber wir sollen den Glauben so weitergeben, das Menschen dabei weder erhitzt werden noch erfrieren. Menschen sollen sich weder ärgeren
noch soll sie unsere Glaube kalt lassen. Wir brauche dazu genau die richtige menschliche Wärme. Dazu gehört, dass wir Blockaden lösen helfen. Da wo Menschen mit Gott nicht klar kommen, soll unser Glaube die Zweifel
wegschwemmem. Unser Glaube kann auch Probleme lösen helfen. Und wir können Menschen auch lösen aus Schuld und Versagen. Wenn wir anderen Mut machen, anderen Hoffnung geben, uns für andere einsetzen, mit anderen
Geduld haben, uns um andere kümmern - dann fließt etwas von dem Wasser des Lebens auch an sie weiter.
Unser Glaube soll so klar sein wie das Wasser. Das heißt er soll andern nicht stinken, er soll nicht bunt und schrill sein, wie so verschiedene klebrige Zuckersprudel. Er soll ihnen nicht fahl auf der Zunge schmecken.
Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Ein starkes Bild, finde ich: Von Jesus bekommen wir soviel Wasser zum Leben, soviel Kraft, soviel Hilfe, soviel Mut, dass wir es gar nicht
fassen können. Es löscht nicht nur unseren eigenen Durst nach Leben, sondern es reicht auch noch zum Weitergeben.
Der französische Schriftsteller Jacques Loew hat in diesem Zusammenhang die Frage gestellt: "Wie kann man einen Esel der gar keinen Durst hat, trotzdem zum Trinken bewegen? Und wie kann man –
bei allemRespekt – einen Menschen dazu bewegen, nach Gott zu dürsten, wenn er seinen Durst verloren hat und sich stattdessen mit Bier Schnaps, Fernsehen oder Autofahren zufrieden gibt? Soll man es mit einem Stock
versuchen? Ein Esel ist aus härterem Holz als unser Stock. Außerdem, wer wird heutzutage solch autoritäre Methoden ergreifen? Soll man ihm Salz zu schlucken
geben? Das wäre Tierquälerei. Wie ihn dazu bewegen, freiwillig zu trinken?
Es scheint nur eine Lösung zu geben: Man muss einen durstigen Esel herbeischaffen, der ausgiebig, mit großem Genuss und Behagen an der Seite
seines Artgenossen aus dem Eimer trinkt. Aber ohne jedes Theater, einfach weil er Durst hat, einen großen unstillbaren Durst.
Das wird seinen Kollegen nicht unbeeindruckt lassen. Die Lust wird ihn ankommen, sich zum Eimer zu neigen und in tiefem Zug das erfrischen
Wasser zu schlürfen. Menschen, die Hunger und Durst nach Gott haben, sind für ihr Mitmenschen eine bessere Predigt als viele erbauliche Reden."
Ich wünsche mir, dass ich immer wieder für andere wie so ein Esel bin, der bei Jesus in vollen Zügen seinen Durst stillt, sodass sie Lust bekommen es ebenfalls zu tun. Und ich wünsche mir, dass viele
von Euch dabei mitmachen
III. Wasser und Geist
Allerdings - wir brauchen uns dabei nicht allein auf unsere eigene Kraft verlassen. Unser Glaube braucht das nicht selbst aus sich heraus hervorzubringen. Der Glaube und das Wasser stehen hier ganz eng mit dem Geist in Zusammenhang. Jesus
selber sagte einmal in dem Gespräch mit Nikodemus: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen. (Johannes
3,5)
Und in Markus 1, 8 bekennt Johannes der Täufer: Ich taufe euch mit Wasser; aber er (Christus) wird euch mit dem heiligen Geist taufen.
Wenn von uns Ströme lebendigen Wassers ausgehen, dann ist das immer Wirken des Heiligen Geistes. Worauf es ankommt ist also, dass wir uns offen halten für das Wirken das Geistes Gottes an und in uns und
dass wir uns durchlässig machen für sein Wirken durch uns. Aus seiner Kraft bekommen wir unseren eigenen Lebensdurst gelöscht und mit seiner Kraft können wir anderen ihren Lebensdurst löschen. Er ist der eigentlich
wirkende. Das dürfen wir nie vergessen. Wenn wir meinen, wir müssten's schaffen, werden wir scheitern. Aber wenn wir ihn durch uns zur Geltung kommen lassen, dann kanner in uns und aus uns heraus sein Kraft
entfalten.
Das kann mit einem einfachen Gebet am Morgen geschehen. Ein Gebet das etwa so klingt: Herr Jesus Christus, ich danke dir für alles was du mir geschenkt hast, Versöhnung mit Gott, mit anderen Menschen
und mit mir selbst. Danke, dass du mir das neue Leben geschenkt hast, danke für die Möglichkeit, dass ich mit deiner Hilfe immer wieder neu anfangen darf. Danke für meine Begabungen. Danke für mich selbst. Ich
möchte mich dir heute zur Verfügung stellen. Möchte offen sein für das, wa sdu durhc mich tun willst. Gib mir ein feines Gespür für die Menschen denen du heute durch mich begegnen willst. Gib mir die richtigen
Gedanken, Worte und Taten. Gib sie mir so, dass sie hilfreich sind für diese Menschen. Ich bitte dich darum dass deine Kraft in meiner Kraft ist. So wirke du nun selbst durch mich. Amen.
Ich habe heute im Foyer einige Krüge mit Wasser und viele Gläser bereitgestellt. Ich lade dazu ein, daß gleich alle, die möchten, ein
Glas von diesem Wasser trinken. Mit unserem Körper geht es uns so, daß wir immer wieder durstig werden, auch wenn wir jetzt ein Glas Wasser trinken. Aber unser Inneres soll durch dieses Wasser daran erinnert werden,
dass Jesus Christus unseren Lebensdurst stillt und dass das Wasser, das er mir gibt, sogar über mich hinaus fließt und auch andere erreicht. Der Heilige Geist schenke es, dass aus diesem gewöhnlichen Wasser für uns
heute morgen lebendiges Wasser wird, das aus der Quelle des Lebens in unser Leben strömt und unseren ganz persönlichen Durst, unsere Sehnsucht, unsere Hoffnung stillt und uns belebt und stärkt für eine neue Woche.
Amen.
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