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Bibeltext (Rev. Elberfelder Übersetzung)

25 Und siehe, ein Gesetzesgelehrter stand auf um Jesus auf die Probe zu stellen und sprach: Lehrer, was muß ich getan haben, um ewiges Leben zu erben?

26 Er aber sprach zu ihm: Was steht in dem Gesetz geschrieben? Wie liest du?

27 Er aber antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.

28 Er sprach aber zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu dies, und du wirst leben.

 

Zielaussage:

Wer Gott mit ganzem Herzen liebt, der bekommt das ewige Leben. Das Scheitern an dieser Forderung wird aufgehoben durch Jesu Sterben am Kreuz und seiner Auferstehung zu neuem Leben.

Ihr Lieben,

was ist

I. Die entscheidende Frage

in unserem Leben?

Wir leben in einer so hochkomplexen Welt, das viele gar nicht mehr wissen, was die entscheidende Frage ihres Leben ist. Wir haben so viele Wahl- und Ablenkungsmöglichkeiten, dass viele auch gar nicht mehr dazu kommen, diese entscheidende Frage zu stellen. Manche suchen nie wirklich in ihrem Leben nach dieser entscheidenden Frage. Ich meine, wir fragen ja viel in unserem Leben. Manche Frage sind an konkrete Menschen gestellt und haben oft eine kurze Halbwertszeit. Manche Frage stellen wir uns selber. Und manche Fragen stellen wir an ein irgendwie geartetes höheres Wesen, an das Schicksal oder so. Und manche Fragen stellen wir auch Gott.

Wir Menschen sind Fragensteller. Wir stellen Fragen – weil wir Antworten haben wollen. Ohne Antworten erscheint uns unser Leben sinnlos, orientierungslos, schwammig. Deswegen erwarten viele Menschen von uns Kirchen immer wieder auch konkrete Antworten Auf Fragen wie: Wie sollen wir mit der Gentechnik umgehen? Welche Werte sollen wir unseren Kindern vermitteln? Wie sieht Gott unsere Sexualität? Wie können wir Leben schützen usw.

Das sind alles wichtige Fragen. Aber was ist die wichtigste Frage meines und Eures Lebens?

Es kommt manchmal gar nicht darauf an, gleich schon die Antwort zu kennen. Es kommt viel mehr darauf an, die richtige Frage zu stellen. Denn was will ich mit einer Antwort auf eine Frage, die niemand stellt? Uns Kirchen ist ja nicht umsonst vorgeworfen worden, wir würden Antworten auf Fragen geben, die gar niemand stellt. Das sollte uns zum Nachdenken bringen. Was bewegt denn die Menschen heute, Welche Fragen haben sie denn?

Es kommt also darauf an die richtigen Fragen zu stellen. Erst dann bekommt man auch die Antworten, die man erhofft. Man bekommt sie nicht immer sofort. Manchmal bekommt man sie auch erst nach seinem irdischen Leben. Aber man bekommt sie.

Wenn ich in all dem Alltagstrubel, in dem Stress, der Vielfalt meiner heutigen Lebensmöglichkeiten gar nicht mehr darauf komme, welches die wichtigen Fragen meines Leben sind, dann kann mir die Bibel auf die Sprünge helfen. Und sie liefert oft auch die ersehnten Antworten mit dazu:

 

Lesen des Bibeltextes – wie auf S. 1

 

So ablehnend wir dem Schriftgelehrten gegenüber stehen mögen, weil er Jesus ein Bein stellen wollte, so sehr müssen wir doch anerkennen, das er zumindest die richtige Frage stellt. Sie Schriftgelehrten der damaligen Zeit haben sich intensiv mit dem Gesetz des Mose befasst. Sie wollten wissen, was für ihr Leben wichtig ist. Sie hatten natürlich auch nicht so viele Unterhaltungs- und Anlenkungsmöglichkeiten wie wir heute.

Bei aller Schlitzohrigkeit müssen wir eines diesem Schriftgelehrten lassen er stellt Jesus die wichtigste Frage eines jeden Lebens:

Was muß ich getan haben, um ewiges Leben zu erben?

Er stellt die Frage nach dem Ziel des Lebens:

Wie muss ich mich verhalten, damit ich das Ziel meines Leben erreiche?

Welches sein Ziel ist, das weiß er schon: Das ewige Leben.

Für wen ist das denn heute wirklich noch ein Ziel: ewig zu leben?

Früher haben viele am Bett gebetet:

"Lieber Gott, mach mich fromm, dass ich in den Himmel komm."

Möchte ich wirklich in den Himmel kommen? Möchte ich ewig bei Jesus leben. In seiner Herrlichkeit? In seinem Frieden? In seinem Heil und Wohl? Möchte ich an seinem Tisch Platz nehmen und mit ihm das Freudenmahl feiern in seinem Reich? Möchte ich entbunden sein von all den Widerwärtigkeiten des diesseitigen Lebens?

Wenn Du das möchtest, dann wird es Zeit, die richtige Frage in deinem Leben an die richtige Person zu stellen: Jesus, wie erreiche ich diese Ziel? Wie kann ich zu dir in den Himmel kommen?

Es nützt nichts, rückwärts zu schauen, und darüber zu lamentieren, warum ich bisher auf diesem Weg nicht weiter gekommen bin? Es nützt nichts, darüber zu weinen, dass ich bisher auf dem falschen Weg war. Es nützt nichts, darüber zu klagen, dass andere mich auf einen falschen Weg geführt haben.

Jesus sagt einmal: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes. (Lk 9, 62)

Worauf es jetzt ankommt, ist auf den richtigen Weg einzuschwenken und Jesus zu fragen: Herr, wie kann ich zu dir und in deine neue Welt des Friedens und der Liebe kommen?

Und Jesus gibt mir dann die richtige Antwort auf die Frage:

II. Die Antwort

»Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, und deinen Nächsten wie dich selbst."

Jesus zeigt mir erst mal, dass ich nicht allein auf der Welt bin, dass sich nicht alles um mich dreht. Sondern er zeigt mir die drei Beziehungsebenen, in denen sich mein Leben abspielt. Und ich habe diese Beziehungen, ob ich will oder nicht. Sie sind oft nur unterschiedlich stark ausgeprägt.

Nämlich meine Beziehung zu Gott, zu meinem Nächsten und zu mir selbst.

Diese Beziehungen soll ich liebevoll gestalten. Wenn ich in allen diesen drei Beziehungen Liebe walten lasse, dann werde ich in den Himmel kommen, so die Antwort, die der Schriftgelehrte sich selber gibt. Er weiß die Antwort im Grunde schon. Er muss nur noch danach leben.

Ich soll Gott lieben und meinen Nächsten wie mich selbst. Das ist der Schlüssel zum ewigen Leben. Denn das ewige Leben ist das Reich der Liebe Gottes. Hier ist Gottes Liebe uneingeschränkt am Werk. Sie bestimmt dort alles. Im Himmel ist Liebe und Freude, Friede und befreites Aufatmen ohne Ende.

Wenn ich dahin möchte, dann tue ich gut daran, das hier in diesem Leben schon mal einzuüben. Denn wenn mein Leben schon hier von der Liebe bestimmt ist, dann wird es das in Gottes neuer Welt erst recht sein. Wenn wir jetzt schon Gottes Liebe in unserem Leben verwirklichen, dann haben wir jetzt schon Anteil an dieser neuen Welt Gottes.

Ich soll also Gott lieben und meinen Nächsten wie mich selbst.

Über die Nächstenliebe und die Selbstliebe haben wir schon zu verschiedenen Gelegenheiten nachgedacht. Ich denke, wir müssen nicht mehr wie der Schriftgelehrte nachfragen: Wer ist denn mein Nächster? Und dass eine gesunde Liebe zum Nächsten und zu Gott erst wachsen kann, wenn ich mich selber lieben kann, das wissen wir heute auch.

Aber wie ich Gott lieben kann, das finde ich ganz schon schwer. Wie kann ich jemanden lieben, den ich nicht sehen und nicht berühren kann? Meine Frau kann ich sehen und berühren. Aber Gott?

Gott kann ich auf andere Weise erfahren:

Gott kann ich hören, ich kann mit ihm reden. Manchmal lässt Gott mich auch schon ein wenig von dieser Herrlichkeit sehen. M. L. King hat das in seiner letzten Rede gesagt: "Ich habe Gottes Herrlichkeit gesehen". Vielleicht hat der eine oder andere unter uns auch schon ein Stück von Gottes Herrlichkeit sehen dürfen.

Dann fällt uns das leichter, was im Gebot über unsere Liebe zu Gott steht:

Denn ich soll den Herrn, meinen Gott, lieben aus meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand

 

a) aus deinem ganzen Herzen

Herz = καρδια = kardia

Das Herz ist es, von dem alles ausgeht. Hier ist die Kontakt- und Anknüpfungsstelle Gottes mit meinem Leben. Es ist die Mitte meines leiblichen und geistlichen Lebens. In meinem Herzen, da bin ich selbst. Das Herz ist nach der Bibel der Ort des Unglaubens, aber auch des Glaubens. Und darum setzt Gott hier an. Denn er will, dass wir seiner Liebe glauben.

Alles andere, meine Seele, meine Kraft und mein Verstand werden von meinem Herzen aus gesteuert. Ohne mein Herz, ohne den Glauben, ohne die Liebe Gottes in meinem Herzen ist das andere alle nichts.

Ohne die Liebe Gottes aus meinem Herzen, ist

  • meine Seele leblos
  • meine Kraft wirkungslos
  • mein Verstand orientierungslos
  • Deswegen heißt es hier auch: ich soll Gott lieben: aus meinem ganzen Herzen. Bei den anderen dreien heißt es mit. Mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft und mit ganzem Verstand.
  • Vom Herzen also geht alles aus. Hier ist der Ort meiner Verantwortlichkeit vor Gott. Habe ich ein reines Herz.? Selig sind die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. (Mt 5, 8)

    Darum geht's Gott mit dem Herzen lieben

     

    b) und mit deiner ganzen Seele

    Seele = ψυχη = Psyche

    Sitz des Lebens

    Umfasst mein natürliches Leben

    Ist der Sitz der Lebendigkeit, des Wollens, des Gemütes, der Lebenskraft.

    Wer seelisch krank ist, weiß, dass alle diese Lebensfunktionen dann eingeschränkt sind.

    Die Seele ist die Größe, innerhalb derer sich Tod und Leben, Verderben und Seligkeit entscheiden.

    Wenn ich

    Jesus: Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten. (Mk 8, 35, Leben grie= psychä)

     

    c) und mit deiner ganzen Kraft

    Kraft = ισχυσ = ischys

    Stärke, körperliche Kraft

    Stärke, die von Gott gegeben wird vgl. Simson

    Pls kritisch: hält schwachheit dagegen, damit Stärke von gott kommen kann, "meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.""

    Gemeint auch Stärke ggü Satan.

    Am Ende der Welt wird di4e Stärke Gottes, seine Macht regieren.

     

    Gemeint ist mein ganzer körperlicher Einsatz

     

    d) und mit deinem ganzen Verstand

    Verstand = διανοια = Dianoia

    Wörtlich . Hindurch-Erkennen, Hindurch-Wissen

    intellektuelles Verstehen, Nachdenken, Denkkraft

    Befähigung zum Verständnis

    Kraft der Gesinnung, des Willen

    Das geistliche Bewusstsein,

    die Glaubenshaltung

     

    III. Die Konsequenz

    Tu dies, und du wirst leben.

     durchgängiges Verständnis des Alte Testaments

    Mit diesen Worten ermutigt uns Jesus einerseits, im Alltag konsequenter seine Liebe zu leben und andererseits zeigt er uns, wie wenig wir Gottes Maßstäbe erfüllen können und wie sehr wir deshalb auf seine Vergebung und sein Liebe angewiesen sind.

    Weil kein Mensch solch eine Liebe in sich hat, ist Jesus der einzige Weg, der uns mit seiner Liebe zu Gott bringt.

    Worauf es ankommt, ist unser Leben mit Jesus in Verbindung zu bringen, damit wir zu Gott kommen können.

    Was wir nicht lieben können. das liebt jesus durch uns.

    Wenn ichj in den Himmel kommen möchte, wenn ich das ewige Leben erereben möchte, dann ist es darum entscheidend wichtig, dass ich mich mit meiner ganzen Person mit meinem Herzen, miener Seele, meiner Kraft und meinem Verstand auf Jesus einblasse und mich von ihm führen Lassen, mich von siener Liebe durchdringen lasse.

    Man könnte es auf einen ganz kurzen gemeinsamen Nenner bringen: Wer das ewige Leben möchte braucht Jesus. Ohne Jesus kein Himmel. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich (Joh 14,6)

    Ich bin bereit, ihm dabei zu helfen. Kommt auf mich zu.

    Amen.

     

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