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Zielaussage:

Wer sich sorgt, nimmt Gott sein Schöpferhandeln aus der Hand. Sorglosigkeit ist ein Akt des Vertrauens auf Gottes lebenserhaltendes Handeln. Es ist zugleich eine Befreiung, von zermürbenden Zukunftsängsten. Fürsorge und Vorsorge sind geboten, ja verantwortungsvoll, aber von einem sorgenvollen Besorgtsein will uns Jesus befreien. In der Gegenwart des täglich neu kreativen Schöpfer-Gottes und in der Verbindung mit Jesus Christus können wir vertrauensvoll das Sorgen lassen.

 

(Joachim Schumann kommt als Petrus verkleidet rein, Fischerhemd, blaue Mütze, Jeans, Segelschuhe, er humpelt leicht und zieht die Luft durch die Zähne)

 

fffffhhhhhh, das brennt vielleicht noch auf dem Rücken, Junge, Junge, das zieht so richtig. War ja das erste Mal, dass ich ausgepeitscht worden bin. (zieht sein Hemd hoch und zeigt die – aufgeschminkten – Striemen von der Geißelung). Ich meine, ich hab's ja gern ertragen – für Jesus. Immerhin ist er auch mal so gefoltert worden – vor seiner Kreuzigung. Und ich durfte jetzt auch so leiden wie er, das war schon eine besondere Ehre. Es schmerzt zwar schon noch. Aber wenn ich bedenke, dass es war, weil wir für ihn eingestanden sind, Johannes und ich. Irgendwie haben wir uns so sicher gefühlt. Wir haben gewusst, Jesus ist bei uns, Auch wenn er vor ein paar Wochen wieder zu seinem Vater in den Himmel zurückgegangen ist. Aber er hat uns das zugesagt. Kurz nachdem er wieder vom Tod auferstanden ist: Siehe ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Und ich glaube ihm das wirklich. Das hat uns Kraft gegeben. Das wirkt sich auf unser Selbstbewusstsein aus. Da brauche ich mir – irgendwie gar keine Sorgen mehr zu machen. Nehmen wir nur mal vor ein paar Tagen in Jerusalem. Meine Predigt – wo so viele Menschen zugehört haben. Es war, wie wenn Jesus mir eingegeben hätte, was ich sagen soll. Dreitausend Menschen hat das so berührt, dass sie von da an begannen, sich auf Jesu Wort zu verlassen. Und taufen ließen sie sich auch noch. Da hatten wir Apostel ganz schön zu tun. Oder dann ein paar Tage später, als Johannes und ich den Gelähmten vor dem Tempel geheilt haben. Im Namen Jesu haben wir ihn von seinem Leiden erlöst. Also, wie als wenn Jesus das selbst machen würde. Wir haben sozusagen aus seiner Kraft gehandelt. Seitdem ich weiß, dass Jesus in mir lebt, mache ich mir eigentlich keine Sorgen mehr, was mit mir und meinem Leben passiert.

Jesus ist der Sohn Gottes. Das habe ich einmal erkennen dürfen. Das heißt: Er ist der Sohn des Schöpfers dieser Welt. Mensch, sagte ich mir, der, der die Welt erschaffen hat, der kann sie auch erhalten. Und dann erhält er auch mich. Jeden Tag neu. Wie sollte ich nicht darauf vertrauen, dass er wirklich bei mir ist? Wie sollte ich mich nicht darauf verlassen, dass er mir Kraft gibt, ihnen ins Auge zu blicken und sie mit seiner Hilfe anzugehen. Ich habe das doch selbst erlebt die letzten Tage und Wochen. Wenn ich mich gegen diese Erfahrungen stellen würde, ja das wäre doch ... das wäre ja fast so was wie Unglaube. Vertrauensbruch. Wie, als wenn ich ihm, dem Schöpfer der Welt, nicht zutrauen würde, dass er mir meine Sorgen abnimmt.

Das war nicht immer so in meinem Leben.

Ursprünglich war ich ja Fischer am See Genezareth. (zeigt auf seine Kleidung) Deswegen auch noch so meine Vorliebe für Fischerkleidung. Jedenfalls hatten wir da immer ganz schön zu tun, um unser Brot zu verdienen. Klar, unsere Familie hatte ihr Haus in Kapernaum. Aber so was will ja auch abbezahlt werden. Und wenn die Fänge so unterschiedlich sind, ist das mit den Raten gar nicht so einfach. Ich habe oft mittags, wenn wir uns ausgeruht haben wach gelegen und mir Gedanken gemacht, wie alles wohl wird. Ich schlafe mittags, weil wir nachts mit den Booten raus auf den See mussten. Mit Licht mussten wir die Fische anlocken und dann unsere vorher ausgelegten Netze einziehen. Einmal waren wir gerade dabei, am Ufer unsere Netze auszuwaschen. Da kam dieser Wander-Rabbi aus Nazareth vorbei und bat mich, nein er befahl mir fast, nochmal – (tippt sich an den Kopf) tagsüber - rauszufahren und die Netze auszuwerfen. Zuerst habe ich mir gedacht: Was hat denn so ein Zimmermann für'ne Ahnung vom Fischen. Aber er hat so eine ruhige, gelassene Selbstsicherheit ausgestrahlt, so als ob er uns klarmachen wollte: Verlass Dich auf meine Worte, es wird nicht umsonst sein. Das hat mich so beeindruckt, dass ich dachte: Och komm, lass es doch einfach mal drauf ankommen. Das Schlimmste was dir passieren kann, ist, dass du wieder mit leeren Netzen an Land fährst. Aber – was soll – ich sagen: Wir haben mitten am Tag den Fang unseres Lebens gemacht. Die Netze waren so voller Fische, dass wir sie kaum an Land ziehen konnten. Da ist mir zum erstenmal aufgegangen, was für ein Abstand zwischen Ihm und mir herrscht. Ich habe mich richtig erschreckt über seine Macht. Und dann hat er zu mir gesagt: Ich soll ihm nachfolgen und meine Kollegen auch und von nun an würden wir Menschen fischen. Ich weiß nicht, warum, aber ich musste einfach mit. Einer, der die Macht hatte, Fischen zu befehlen, dass sie in unsere Netze schwimmen sollten, der musste was Besonderes sein. Mit dem mußte noch mehr zu erleben sein. Und so war dann ja auch. Wir waren mit ihm unterwegs. Er hat immer wieder gepredigt, hat den Leuten die Bibel erklärt. Er hat an Festen teilgenommen. Einmal hat er bei einer Hochzeit in Kana aus Wasser Wein gemacht. Oder ein anders Mal durften Jakobus, Johannes und ich dabei sein, als er die Tochter von Jairus dem Synagogenvorsteher vom Tod auferweckte. Da war mir klar: Einer, der Macht über den Tod hat, der musste von Gott sein. Sowas kann nur Gott. Und als Jesus – so hieß unser Rabbi – uns einmal in der Nähe von Cäsaräa Philippi fragte, wer wir denn meinen, wer er ist, da ist es aus mir herausgeplatzt. "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." Es war, als wenn ich das nicht selbst gesagt hätte. Als wenn jemand in mir und durch mich gesprochen hat. Heute würde ich sagen - vielleicht der Geist Gottes. Auf jeden Fall muss Jesus von meinem Bekenntnis so beeindruckt gewesen sein, dass er etwas zu mir sagte, was ich bis heute noch nicht so recht verstanden habe: Er sagte: Du bist Petrus; und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen! Nicht einmal die Macht des Todes wird sie vernichten können. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.

Ab da hieß ich nicht mehr Simon, sondern Petrus, der Fels. Ich dachte eigentlich, dass ich von da an etwas ruhiger geworden bin. Dass ein bisschen was von der Gelassenheit von Jesus auf mich abgefärbt hatte. Aber mein nassforsches Wesen hat mir doch immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Einmal zum Beispiel sind wir bei einer Bootsfahrt auf dem See in einen gewaltigen Sturm geraten. Also so was habe selbst ich noch kaum erlebt. Jesus schlief hinten im Boot und hatte offenbar nichts gemerkt. Wie einer bei so eine Geschaukele schlafen konnte, ist selbst mir schleierhaft. Und ich bin, weiß Gott, einiges gewohnt auf dem See. Die Fallwinde vom Golan runter können einem da ganz schön zu schaffen machen. Aber Jesus schlief in aller Seelenruhe, als wenn ihm das alles nichts anginge. Wir da vorne am ackern, dass wir nicht untergingen mit dem Boot. Die meisten von uns haben Wasser geschöpft, zwei waren mit dem Segel beschäftigt. Und ich hab versucht, mit dem Ruder den Kahn auf Kurs zu halten, dass wir nicht quer zu den Wellen kamen. Aber es war trotz unserer Erfahrung beim besten Willen nicht mit eigener Kraft zu schaffen. Bis wir endlich in unserer letzten Not unseren Meister weckten und ihn baten, ob uns nicht helfen kann. Und dann stand er auf und wies uns nur zurecht: Warum habt ihr solche Angst? Ihr habt zuwenig Vertrauen!« Dann stand er auf und sprach ein Machtwort zu dem Wind und den Wellen. Da wurde es ganz still.

Da dachte ich: Warum wenden wir uns immer erst dann an Jesus, wenn es schon fast zu spät ist, wenn wir mit unserer eigenen Kraft am Ende sind. Jesus hatte uns wieder einmal gezeigt, dass dem alles möglich ist, der auf Gott vertraut. Jesus hatte so seelenruhig im Boot geschlafen, weil er wusste, dass sein Vater ihn beschützt. Jesus wusste , klar, noch mehr, sicher auch, dass seine Zeit zu sterben noch nicht gekommen war. Aber das Entscheidende war wohl das Vertrauen auf seinen Vater, Und dass er dem Sturm dann noch ein Ende bereiten konnte machte mir einmal mehr klar, dass dem Sohn des Schöpfers selbst Naturgewalten untergeordnet sind.

Auf dem See ist mir nochmal so ein Ding passiert, wo mir klargeworden, dass ich meinen Blick auf Jesus wenden muß um meine Probleme unter die Füße zu kriegen: s war abend geworden. Jesus hatte nach eine Predigt noch mit ein paar Leuten gesprochen und uns schon mal mit dem Boot vorausgeschickt, er käme dann schon nach. Ein halbe Stunde später sehen wir eine weiße Gestalt, übers Wasser auf uns zukommen. Wir dachten zuerst es wäre ein Gespenst und haben vor Angst geschrieen. Als wir dann merkten, dass es Jesus ist, wollte ich ausprobieren, ob ich auch zu ihm hinlaufen kann. Jesus nickte mir zu. Die ersten paar Meter ging es ganz gut. Ich wunderte mich selbst dass das Wasser mich trägt. Aber dann habe ich ja auch noch zu Jesus geguckt. Aber dann viel mir das brodelnde Wasser unter mir ein, und das 200 Metre unter mir nichts ist und die großen Fische, die manchmal darin schwammen. Ich guckte nach unten, weg von Jesus und schwupp, war ich versunken. Ich konnte Jesus gerade noch meine Hand hinstrecken und er hat mich dann wieder herausgezogen. Das finde ich ja immer noch gut bei Jesus, dass er einen nicht in seiner Not ersaufen lässt, wenn wir ihm die Hand hinhalten. Aber das hat mir wieder einmal gezeigt, dass es überhaupt nichts nützt, nur auf meine eigenen Probleme zu starren, auf das was mich bedrohen könnte. Sobald ich anfange, mich auf mich selbst zu verlassen, bin ich verlassen. Sondern wichtig ist es, auf Jesus zu sehen.

Ich dachte ich hätte das ein für alle mal kapiert. Aber solange Jesus noch vor seinem Tod bei uns war, ist mir das noch ein paar Mal passiert, dass ich immer mehr die eigenen Sorgen im Blick hatte, als die Macht Jesu.

Einmal noch im Garten Gethsemane, als sie Jesus verhaften wollten und ich Malchus das Ohr abgeschlagen hatte. Da dachte ich: Jetzt wollen sie mir auch ans Leder. Und das andere Mal, als ich Jesus dreimal verleugnet habe, weil ich dachte, sie würden mich auch so foltern wie Jesus und würden mich auch zum Tode verurteilen. Die Sorge um mein eigenes Leben hatte mich so vernagelt, dass ich einfach nicht zu ihm stehen konnte und ihn verriet.

Ein einziges Mal dachte ich, so jetzt können wir sorgenfrei leben. Das war auf dem Berg Tabor, als Jesus vor unseren Augen verklärt wurde und er mit Elia sprach. Da dachte ich: So jetzt sind wir aller Sorgen enthoben, hier oben könnten wir bleiben, lasst uns hier Hütten bauen.

Aber richtig sorgenfrei bin ich eigentlich erst, seitdem Jesus aus dem Tod auferstanden ist. Die Römer hatten ihn gekreuzigt. Und drei Tage später kam er zu uns, in den Raum, indem wir uns vor Angst versteckt hatten. Einfach so, war er plötzlich da, obwohl wir vorher die Tür abgesperrt hatten. Da ist mir mit einemmal klar geworden: Wenn Jesus den Tod überwunden hat und wenn ich mit ihm in Verbindung bleibe, dann dürfte der Tod mir eigentlich nichts mehr anhaben. Dann steht auch mein Leben nicht mehr unter dem Schatten des Todes. Dann kann ich ganz befreit jeden Tag so annehmen wie er kommt und das tun, was Gott mir vor die Füße legt. Ich nehme jetzt einfach jeden Tag aus seiner Hand und bitte ihn darum, dass durch seine Kraft in mir und durch mich wirkt. Seitdem passieren Dinge. Ich bin überwältigt. Ich hätte nie gedacht, dass Jesus mich so gebrauchen könnte. Ich fühle mich richtig ausgefüllt. Es ist sinnvoll was ich tue, weil ich weiß, dass Gott mit mir ist. Und Sorgen mach ich mir seitdem keine mehr, denn Gott hält ja mein Leben in der Hand. Er ist für mich verantwortlich. Und wenn ich mich an ihn halte, dann kann mir keiner was anhaben.

So, jetzt muss ich aber weiter. Ihr seid nicht die Einzigen, denn ich das einfach mal sagen musste. Ich kann einfach nicht aufhören, von dem zu erzählen, was ich mit Jesus erlebt habe. Außerdem muss mir meine Frau mal noch meine Wunden auswaschen.

Ich wünsch Euch Gottes Kraft und wie sagen die Römer:

Carpe diem! Pflücken den Tag. Mit Gottes Hilfe.

Auf wiedersehen!

 

 

 

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