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Bibeltext
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. (revidierte Elberfelder Übersetzung)
Zielaussage:
Gott hat uns aus der Verlorenheit unseres Lebens (das ) gerettet: Aus Liebe kam er in seinem Sohn Jesus in unsere Welt (das ) damit wir ewiges Leben (das ) haben können.
1. Die Horizontale (das )
Ihr lieben Geschwister,
(Horizontale des Kreuzes hochzeigen)
für viele Menschen steht ihr Leben unter einem negativen Vorzeichen. Sie haben das Gefühl, dass ihr ganzes Leben unter einem großen Minus steht. Ich finde, dass auch Menschen, die nicht an Gott glauben,
etwas von der Verlorenheit ihres Lebens wissen. Oder besser gesagt von der Verderblichkeit. Das griechische Wort für "nicht verloren gehen" in unsrem Bibelvers meint auch "nicht zugrunde gehen",
"nicht verderben". So, wie Lebensmittel verderben können. Ich denke, die meisten Menschen wissen um die Vergänglichkeit ihres Lebens. Und sie stemmen sich mit aller Macht dagegen. Vorgestern sah ich nur
einen ganz kurzen Ausschnitt einer Reportage im Fernsehen. Darin wurde ein etwa 60-jähriges Ehepaar gezeigt, die zusammen am Tag etwa 70 verschiedene Pillen, Cremes und andere Präparate nehmen, nur um den
Alterungsprozesse aufzuhalten. Danach wurde eine ca. 30 jährige Physiotherapeutin in einer Anti-Aging-Klinik interviewt, der ihre Gesundheit im Monat 300,- Mark für hautstraffende und ausschlackende Mittelchen wert
waren (zusätzlich zu ihren Krankenkassenbeiträgen).
Die Leute, wissen, dass sie einem biologischen Verfall bis hin zum Tod ausgesetzt sind. Und sie versuchen, das mit aller Macht hinaus zu zögern, solang es geht.
Selbst Kinder wissen schon, was Verderben bedeutet.
"Du Spielverderber" schreit Jens seinem Freund Christopher an, als dieser ihn gar nicht sucht, nachdem er sich versteckt hatte. Spielverderber machen ein Spiel kaputt. Sie zerstören etwas, was
mir Freude macht.
Der Tod ist der große Spielverderber des Lebens. Er zerstört mein Leben, wozu ich doch eigentlich noch soviel Lust habe.
Es gibt aber auch die kleinen Spielverderber unseres Lebens. Dinge, an denen wir nicht gleich sterben, die aber trotzdem immer wieder wie ein Minus-Zeichen (hochzeigen) über unserem Leben schweben.
- wenn ich z.B. ein ungewolltes oder ungeliebtes Kind bin
- wenn mich andere Kinder hänseln
- wenn ich in der Schule nicht so mitkomme
- wenn ich eine Prüfung nicht bestehe
- wenn ich nur schwer einen Ausbildungsplatz finde
- wenn ich Schwierigkeiten habe, einen Lebenspartner zu finden, wenn ich solo bleiben muss
- wenn ich am Arbeitsplatz gemobbt werde
- wenn ich im Beruf einen Karriere-Knick erlebe
- wenn ich in eine Partnerschafts-Krise gerate
- wenn ich gesundheitliche Probleme bekomme
- wenn ich unter Depressionen oder unter Burnout leide
- wenn ich mich im Ruhestand nicht mehr über meine Arbeitsleistung definieren kann
- wenn ich mich nicht mehr allein versorgen kann
- wenn ich merke, es geht auf's Sterben zu
Dies alles erleben Menschen als Negativ, als Minus, als etwas das ihr Leben beschneidet, das das Spiel ihres Leben verdirbt. Solange wir nur in der Horizontalen, im Horizont unserer menschlichen
Möglichkeiten stecken bleiben, wird unser Leben unter dem negativen Vorzeichen des Minus bleiben. Oder biblisch gesprochen: Wir gehen verloren.
Wir gehen aber nicht nur verloren, weil wir diesen Minuszeichen ausgeliefert sind. Sondern wir gehen auch verloren, wenn wir sie selber verursachen. Diese Woche stand in der Zeitung, dass ein Institut
herausgefunden hätte, dass wir bis zu 200-mal am Tag lügen. Und dann wurden Tipps gegeben, wie man am besten am glaubwürdigsten lügt. Schon allein dies von den 10 Geboten würde genügen, unser Verderben zu besiegeln.
Wenn wir aber zusätzlich noch Jesu Rede vom Endgericht in Matthäus 25 ernst nehmen, wo es um unser Sozialverhalten geht, darum, dass wir uns um Notleidende kümmern sollen, dann wird klar, dass wir - auch - durch
Unterlassungssünden, aktiv zu unserem eigenen Verderben beitragen. Wenn Jesus von der Trennung von Schafen und Böcken spricht, dann wird deutlich, dass Gott selbst das Verderben herbeiführen kann, wenn mir nicht
nach seinen Geboten handeln.
Die Frage ist: Wie kommen wir aus diesem Dilemma heraus?
Wer eine Weile darüber nachdenkt, wird schnell darauf kommen, dass wir Menschen nichts gegen die Vergänglichkeit unseres Lebens tun können. Wir können sie allenfalls ein wenig hinaus zögern. Aber selbst
wann wir sterben, haben wir nicht in der Hand. Es sei denn, ich begehe Selbstmord. Aber dass wir sterben müssen, ist unausweichlich. Um der Unausweichlichkeit unseres Lebensendes zu entgehen, brauchen wir Hilfe von
außen. Brauchen wir Hilfe von dem, der das Leben selbst ist und der alles Leben geschaffen hat. Der auch mein Leben geschaffen hat. Der von sich sagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand
kommt in die ewige Herrlichkeit des Vaters, denn durch mich. (Joh 14,6)
Gott, unsere Schöpfer liebt seine Geschöpfe, er liebt seine Welt, er liebt mich und uns alle in ihr. Denn so hat Gott die Welt geliebt sagt es uns sein Sohn selbst. Gott liebt meine und deine Welt.
Und weil er sie nicht der Verlorenheit überlassen wollte, hat er seinen Sohn gesandt. Der Anfänger des Lebens kam selbst in seinem Sohn zur Welt, damit er das Ende des Lebens durchbricht.
Das ist
2. Die Vertikale (das ) (hochzeigen)
1, Joh 4,9f formuliert das so:
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. (1, Joh 4,9f)
Wir sollen leben – das ist Gottes erklärter Wille. In 1. Tim 2, 4 sagt er es noch mal ganz deutlich: Gott will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Gott will
nicht, dass wir verloren gehen. Er will nicht, dass wir für ewig sterben müssen. Er will, dass wir ewig leben können. Er will mit uns Gemeinschaft haben. Er will uns in seine Ewige Herrlichkeit holen. Er will uns
von der Vergänglichkeit unseres Leben erlösen. Er will uns auch von den kleinen Minuszeichen unseres Lebens befreien. (Horizontale hochzeigen)
Aber dazu braucht es, dass Gott in unser Leben kommt.
(Vertikale hochzeigen – von oben nach unten zeigen)
Dazu braucht es, dass er vom Himmel zur Erde kommt.
Dazu braucht es, dass er sich aus der Herrlichkeit in unsere Niedrigkeit begibt.
Dazu braucht es, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt.
Dazu braucht es, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab.
Es reichte nicht, dass der Sohn Gottes nur als Mensch in unsere Lebenswelt kam um uns als Vorbild vorzuleben, wie Gott unser Leben gewollt hat.
Nein, weil wir immer wieder an diesem Vorbild scheitern, weil unser "täglich beweintes Versagen" (wie Luther das einmal nennt) uns immer wieder dahinter zurückwirft. Weil Sünde unsere
Beziehungsfähigkeit zu mir selbst, zu anderen und zu Gott stört. Weil Schuld und Versagen das Minus unseres Lebens vergrößern.
(Horizontale in die Vertikale zum Plus-Zeichen einfügen)
Deshalb musste Jesus, der Sohn Gottes dieses Minus unseres Lebens auf sich nehmen, um daraus ein Plus zu machen.
3. Das Plus (das )
Gal 1,4 formuliert diese zentrale Botschaft des neuen Testaments:
Jesus Christus, hat sein Leben für unsere Sünden hingegeben . Das tat er, um uns aus der gegenwärtigen Welt zu befreien, die vom Bösen beherrscht wird.
Und 1.Petr 2,24 ergänzt:
Unsere Sünden hat er ans Kreuz hinaufgetragen, mit seinem eigenen Leib. Damit sind wir für die Sünden tot und können nun für das Gute leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden!
Christus ist für unsere Sünden gestorben (1. Kor 15,3) ist die Grundaussage des Neuen Testaments. Das bedeutet nichts anderes als: Jesus starb an meiner Stelle. Sein Tod war der Tod, den ich hätte sterben müssen. Er, der Schuldlose nahm meine Schuld und ließ sich damit ans Kreuz nageln. So kann ich Vergebung bekommen und durch ihn zu einem neuen Leben kommen.
Durch das Kreuz macht Jesus aus dem Minuszeichen meines Lebens ein Plus. Das Kreuz ist kein Zeichen der Trauer. Es ist ein Zeichen der Freude, denn es befreit mich von der Schuld der Beziehungsunfähigkeit
meines Lebens.
Vielleicht werde ich nie so ganz verstehen, warum Gott ausgerechnet das Kreuz gebraucht hat. Vielleicht frage ich mich, ob Gott uns nicht einfach so hätte vergeben können und 'Vergangenes vergangen' sein
lassen. Aber die Last menschlicher Beziehungszerbrüche war so groß, dass nur Gott selbst sie wieder in Ordnung bringen und uns Menschen im Innersten heilen konnte.
Möglicherweise bleibt das Kreuz trotzdem für den einen oder die andere unter uns ein Geheimnis, das sie nie ganz verstehen werden. Aber es kommt auch gar nicht darauf an, es zu verstehen. Es kommt drauf
an, dass wir es erfahren, d.h. dass wir seine heilsamen Wirkungen an uns erleben. Es genügt uns, zu wissen, dass Gott das Kreuz Jesu dazu benutzt hat, um Millionen von Menschenleben zu retten.
Worauf es ankommt, ist, dass ich mich darauf einlasse. Dass ich der Wirkung des Kreuzestodes Jesu Vertrauen schenke. Dass ich es wage, ihm im Gebet zu sagen:
"Jesus, ich danke dir, dass Du meine Schuld, meine Gleichgültigkeit und aktive Bosheit in Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen und zu mir selbst auf dich genommen hast. Ich möchte es wagen und es
einfach einmal ausprobieren, Dir zu glauben, das Du mein Leben verändern kannst. Dass Du aus meinem Minus ein Plus machst. Ich möchte mich dir anvertrauen. Und ich bitte Dich, dass Du mich dich erfahren lässt. Ich
bitte Dich, dass du meinen Glauben an Dich stärkst. Ich bitte Dich, dass Du meine gebrochenen Beziehungen heilst. Ich bitte Dich, das du mir neues Leben, Leben mit Ewigkeitswert schenkst. Amen."
(Horizontale und Vertikale mit einer Schraube verbinden)
Dieses Gebet des Glaubens ist nichts anderes, als die Schraube, die mein Leben mit dem Jesu verbindet. Je stärker ich mit Jesus in Verbindung bleibe, je stärker die Schraube angezogen wird, desto stärker
wird mein Glaube, wird die Erfahrung, dass Jesus mein Leben führt und leitet, wird die Hoffnung auf eine Leben in seiner ewigen Unsterblichkeit und Makellosigkeit.
Der gelebte Glaube an Jesus bekommt seine Kraft und seine Stabilität im Gebet, in Gottes Wort, in der Gemeinschaft mit anderen Christen und im Gottesdienst.
Ich lade uns alle herzlich ein, miteinander den Glauben zu wagen und uns Jesus anzuvertrauen. Lasst uns immer wieder auf sein Kreuz sehen und von daher unser Leben gestalten, damit er aus dem Minus
unseres Lebens ein Plus machen kann.
Amen.
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